Bike Fitting Blog

Spannende Infos aus dem Bike Fitting Alltag

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Fachzeitschriften....

tour Magazin - Kritik Bike Fitting Artikel

Der Frühling scheint vor der Türe zu stehen, denn die „Fachzeitschrift“ tour setzt sich in ihrer aktuellen Ausgabe mit dem Thema Bike Fitting auseinander. Grundsätzlich spannend aaaaber:

Zum Beginn des Artikels schon das Fazit der Tour. Zitat „Wer kein Problem hat, muss auch nicht zum Fitter.“

Hoffentlich sehen die Autoren das beim Thema Zahnarzt nicht genauso! Oder auch beim generellen Betreiben von Sport, der wohl immer eine Prise Prävention in sich trägt. Wird Sport - auch ergänzend zum Radsport - erst betreiben, wenn der Rücken schmerzt? Ich denke, dass es zahlreiche pfiffige Sportler gibt, die ein sinnvolles präventives Training betrieben, um eben nicht den 40. Geburtstag mit dem Orthopäden zu feiern, außer der Arzt ist Gast der Geburtstagsparty.

Mein Sprung in dieser Frage geht direkt zum Ende des Artikels, in dem die hoch geschätzte Kollegin Lotte Kraus sagt: „Deutschland ist unser schwächster Markt“. Wenn es dabei um den Absatz von Bike Fitting Systemen geht, ist mir alles klar. Wenn die Fachpresse solche Art Berichte verfaßt und sich die Breitensportler wie bei einer Predigt danach richten, schließt sich der Kreis zu all den Fahrern, die immernoch schlecht auf dem Rad sitzen und damit Ihre Gelenkgesundheit aufs Spiel setzen. Aber laut tour sollen die Radsportler erst warten, bis die Schmerzen präsent sind.

„Bike Fitting - was ist das?“
Mit der Definition machen es sich die Autoren recht einfach. Ein Bike Fitting ist kein einfaches „Ich messe Dich mal aus, und der Taschenrechner/ Computer oder das iPad spuckt die richtige Position aus. Da gehört richtig Hirnschmalz dazu!

Was ist mit der richtigen Materialauswahl? Ich spreche da nur die Schuhe an. Falsch dimensionierte Schuhe sind an der Tagesordnung eines Bike Fitters. Der Kunde hat keine Schmerzen und auch keine tauben Zehe? Also ist auch kein Problem da? Den Radsportler nicht auf potentielle Probleme sensibilisieren sondern auf den Schmerz warten? Was für ein Quatsch! Der Kunde würde so weiter fahren und feststellen, dass ihm irgendwann nach dem Bike Fitting die Zehe einschlafen. „Das muss doch an der Einstellung der Cleats liegen, die sind schließlich verändert worden!“. Der gut informierte Bike Fitting Kunde wird wissen, dass es spätestens jetzt an der Zeit ist, auf passende Schuhe zu wechseln.

Der Körper toleriert Probleme eine gewisse Zeit - der eine kürzer der andere länger. Nicht nur bei bestehenden Problemen muss es Hinweise und Korrekturvorschläge geben. Wenn aufgrund der Erfahrung und des Wissens eines Bike Fitters Probleme vermieden werden können, also eine klassische Prävention betrieben wird, dann sollte man ordentlich abklatschen!

Unabhängig davon, ob er die Schuhe, den Sattel oder den Lenker bei mir als Bike Fitter kauft (auch auf die Gefahr hin „Der wollte auch noch Schuhe verkaufen“ ) und so eine Rundumlösung präsentiert bekommt oder dies erst später allein tut. Der Kunde muss vollumfänglich informiert werden.

Meine Kunden hören von mir immer die Optimalempfehlung. Was daraus gemacht wird, liegt nicht mehr komplett in meiner Macht als Bike Fitter. Der Sportler ist im Gespräch und einer ausführlichen Auswertung auf alle Umstände hingewiesen worden. Sei es Beweglichkeit, Stabilität, Kraft, Materialauswahl, Schuh- und Satteldimensionen oder auch Hinweise zur Trettechnik.

DIE perfekte Postion zu suchen könnte lange dauern!
Der Körper verändert sich ständig. Der Trainingsstand variiert, das Körpergewicht unterliegt Schwankungen und der handelsübliche Radfahrer geht oft noch einem Beruf nach, der ihn mal mehr, mal weniger stark belastet. In Abhängigkeit von der körperlichen Situation wird die - für den Moment - ideale Postion bestimmt.

Um das Saisonziel erfolgreich zu absolvieren, stehen oft Probleme in Beweglichkeit oder Stabilität wie der Stelvio vor einem. Vielleicht gibt es Hausaufgaben für den Sportler, um die Beweglichkeit zu verbessern und so aerodynamischer und trotzdem stabil zu sitzen. Als Bike Fitter arbeitet man mit Physiotherapeuten und Osteopathen, Orthopäden und Trainern Hand in Hand, um den Kunden in die richtige Richtung zu schicken. In einem Follow-Up Termin wird der Erfolg kontrolliert und die Postion weiterentwickelt. Einmal Bike Fitting und immer glücklich - ein weiterer Irrglaube!

Liebes Tour-Team, hoffen wir, dass die Leser gern selber das Internet bemühen und sich persönlichem Eindruck vom Bike Fitter, seiner Philosophie, Bewertungen und Referenzen den passenden Bike Fitter aussuchen. Glücklicherweise sehen es viele Radsportler genau so und beugen lieber vor, als auf den Arzttermin zu warten. Und Achtung: Die Kunden sind sogar dankbar, wenn Ihnen am Ende ein komplett eingestelltes Rad, passende Schuhe und der beste Sattel, ideal moniert, präsentiert wird. Dabei handelt es sich immer um Millimeter die über den Komfort entscheiden. Mit der richtigen Technik, wie z.b den Druckmessungen in Schuh und am Sattel lassen sich die Kontaktstellen zum Rad perfekt einstellen.
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